Chronik

Das Barock am Main Festival ist nach nur sechs Jahren zu einer festen Größe in der hessischen Kulturlandschaft geworden und steht für geistreiches Theater in hessischer Mundart, dessen stilistisches Repertoire sich vom tragischen Gefühl bis zur komödiantischen Geste, von der geschliffenen Pointe bis zum grotesken Slapstick erstreckt.

Die Idee, ein neues, „intelligentes Volkstheater“ zu machen aber ist wesentlich älter und geht zurück auf Wolfgang Deichsel, den Erneuerer des hessischen Mundarttheaters. Deichsel, stets darum bemüht, die Unterscheidung von Hoch- und Alltagskultur aufzulösen, begann bereits in den 1970er Jahren damit den großen französischen Komödien-Dichter Molière in die hessische Mundart zu übertragen. Indem er es schaffte den Esprit und Witz Molières aus dem vornehmen Französisch in ein farbenfrohes und ausdrucksstarkes Hessisch zu übertragen, kam er seiner Forderung nach mehr Witz und Humor im deutschen Theater nach. Deichsel wird auch als „der hessische Molière“ bezeichnet.

Bereits 1971 brachte Deichsel am Frankfurter Theater am Turm seine Fassung von Molières „Die Schule der Frauen“ heraus. Es folgen „Der Tartüff“ und „Der Menschenfeind“. Im Jahr 1989 formiert sich zu der Produktion „Bleiwe losse“ am Schauspiel Frankfurt die Gruppe Michael Quast, Hildburg Schmidt, Wolfgang Deichsel und Ilse Träbing, die auch heute noch den Kern des Barock am Main-Ensembles bildet.

Nach erfolgreichen Neuinszenierungen des „hessischen Molière“ und der Uraufführung von “Der eingebildet Kranke” bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen in den Jahren 1999 – 2003 wurde 2005 Dank der Initiative von Ralf Ebert vom Neuen Theater Höchst mit dem Bolongarogarten eine neue Spielstätte gefunden. Informationen über das Repertoire und die Inszenierungen des Barock am Main-Ensembles finden Sie hier!

Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main