Pressestimmen

Ich sterbe in Liebe und lebe in Wein

FAZ, 12. August 2010
Wein, Weib, Gesang, von Eva Maria Magel

…Man kann Quast und seinem Ensemble nur dankbar sein, mit „Ich sterbe in Liebe und lebe in Wein“ auch dem hiesigen Publikum einen Dichter entdeckt zu haben, dessen Lyrik vor Quast schon Carl Zuckmayer und Peter Hacks, aber auch Hannes Wader oder Reinhard Mey begeistert hat…

FR, 12. August 2010
Der Tod und die Kneipe, von Judith von Sternburg

…Nur der Quast kann natürlich wieder alles, auch singen, hoch, tief, grell, sonor, und er kann dirigieren, rabauken, eine Schnapsdrossel sein und schließlich: der Fährmann Charon, der einen verstorbenen Saufbruder hinüber geleitet. Vorher hat Quast mit dem Cembalisten für einige Minuten, die nie vorübergehen dürften, dermaßen getanzt, dass man endlich einmal schreiben darf: Sie haben das Tanzbein geschwungen…

FNP, 12. August 2010
Des Dichters Wille sei die Promille, von Matthias Gerhart

…Bellman, der von 1740 bis 1795 lebte, war nicht nur Barock-Dichter, sondern konnte seine Säuferlyrik auch aus dem Stand heraus vertonen – sehr zur Freude seiner Zechgenossen und des schwedischen Königshauses, das ihn über Jahrzehnte hinweg finanziell aushielt. Quast trug nun zahlreiche «Episteln» des Poeten vor – mit ironischer Sprachmelodie verkündigt er Bellmans Evangelium des Lebensrausches. Für solch wirksamen Gesang ist aber auch ein funktionierendes Instrumentalsensemble vonnöten. Rhodri Britton ist das geeignete musikalische Pendant zum gewohnt überdrehten Quast. Er beherrscht das Cembalo souverän und feuert seine Musiker darüber hinaus zu Höchstleistungen auf Gitarre, Violine, Flöte, Kontrabass und einem wunderbar schnarrenden Fagott an…

Der Menschenfeind

FAZ, 24. Juli 2010
Madame, isch drück’s net länger runter
, von Katja Möhrle

… Dass Sarah Groß und Wolfgang Deichsel mit der Inszenierung ein Leckerbissen geglückt ist, liegt an der harmonischen Liaison anspruchsvoller Literatur mit hessischer Mundart und musikalischer Untermalung (Leitung: Rhodri Britton), die den doppelbödigen Humor des Originals neu belebt. Vor allem aber bestechen Spielkunst und Leidenschaft der Darsteller…

FNP, 24. Juli 2010
Die höfische Gesellschaft ist eine Karikatur, von Joachim Schreiner

…Sarah Groß und Autor Deichsel haben eine sehr sauber gearbeitete Inszenierung realisiert und subtil jeden Charakter der Komödie ins rechte Licht gerückt. Eine Augenweide die Kostüme von Katja Gieß, die auf viel Tand und Rüschen setzt und die beiden bürgerlichen Figuren des Stücks, Herrn von Sponheim und Herrn von Matzbach (Philipp Hunscha und Alexander J. Beck), in gelben, beziehungsweise rosafarbenen Gehrock zu farblich passender Perücke steckt. Alle sind weiß geschminkt mit roten Tupfern auf der Wange, was die höfische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts als Karikatur erscheinen lässt.

Gießener Allgemeine Zeitung / Wetterauer Zeitung, 23. Juli 2010
Hessische Version von Molières »Menschenfeind« im Bolongarogarten
, von Christina Mohr

… Quasts Mimik, die durch die großartige Maske von Katja Grieß, den steten Hang zum Fratzenhaften einnimmt, ist Gold wert. Ein Sturkopf mit Abstrichen, der zu quieken anfängt, wenn’s um seine Herzensdame geht, der mit Gesten ebenso viel sagt wie mit Worten. Ihm zur Seite der plumpe, gemäßigte Scheuring, der retten will, was nicht mehr zu retten ist. Dann Oront: Thomas’ gespreizte Körperhaltung, die geschwellte Brust und das spitz gereckte Kinn sind ein Inbild der Schnöseligkeit. Mit nasaler Diktion skandiert er ein grausames Sonett, das fast schon wieder lustig wirkt…

Aci Galatea e Polifemo

FNP, 16. Juli 2010
Unwetter fegt über die Rache des Einäugigen hinweg, von Joachim Schreiner

…Die Qualität der Aufführung ist in erster Linie hervorragenden Leistungen der Sänger und Instrumentalisten geschuldet. Marie Friederike Schöder gibt in einer Hosenrolle den Hirten Aci. Im honiggelben Anzug singt sie ihre Koloraturarien mit makellosem Sopran. Die Altistin Britta Schwarz als Galatea im üppigen Ornat meistert in samtener Stimmführung auch komplizierteste Tonsprünge. Raimund Nolte als Polifemo erscheint mit geharnischter Brust. Sein Bass erfordert laut Partitur einen Stimmumfang von zweieinhalb Oktaven, die der Sänger spielend bewältigt und besonders in der Arie «Fra l’ombre e gl’orrori» zum Klingen bringt…

FAZ, 15. Juli 2010
Die Kunst trotzt der dumpf grollenden Natur, von Michael Hierholzer

…Schließlich hebt das Dreiecksspiel um den Schäfer Aci, die Nymphe Galatea und den Zyklopen Polifemo an. Spätestens als dieser zwischen hohem A und tiefem D von sich selbst als „Farfalla confusa“, dem von der Liebe verwirrten Schmetterling, singt, sind die Wetterunbilden vergessen. Wenn der Sitz nicht doch noch etwas klamm wäre…